Auch in diesem Schuljahr machten sich die Englisch-E-Kurse des 8. Jahrgangs wieder auf den Weg zur traditionellen Fahrt nach York in Großbritannien. Diese Reise bietet den Schülerinnen und Schülern die besondere Gelegenheit, Sprache, Kultur und Lebensalltag in England hautnah zu erleben. Mit viel Vorfreude, großen Koffern und noch größeren Erwartungen starteten die Schülerinnen und Schüler am Sonntagmittag mit dem Bus in Richtung Rotterdam.
Auf der Fähre angekommen, begann zunächst die spannende Suche nach den richtigen Kabinen – gar nicht so einfach auf einem großen Schiff. Schnell war jedoch alles gefunden und eingerichtet, sodass die Erkundungstour starten konnte. Deck für Deck wurde inspiziert, der Blick auf das Meer genossen und natürlich wurden auch die ersten Souvenirs entdeckt und gekauft. Die ersten Mitbringsel waren somit schon mal gesichert! Spätestens beim reichhaltigen Abendbuffet, dem ersten Highlight der Fahrt, waren sich alle einig: Die Reise hatte sich jetzt schon gelohnt.
Die erste Nacht auf See verlief… sagen wir mal unterschiedlich erholsam. Während einige noch lange wach blieben, um zu reden, zu lachen oder heimlich Snacks zu teilen (ohne Handys, die wurden eingesammelt), kämpften andere mit dem ungewohnten Schaukeln und Seegang des Schiffes. Der eine oder andere griff dabei zur Reisetablette, um dem Magen wieder zu beruhigen. Wie wir später feststellen sollten, half eine Reisetablette auch bei vielen anderen „Weh-weh-chen“. Trotzdem war die Aufregung am nächsten Morgen groß, als endlich die englische Küste in Sicht kam.
In York angekommen, erhielten die Schülerinnen und Schüler bei einer Stadtführung erste Eindrücke der charmanten historischen Stadt. Besonders beeindruckend war die Besichtigung des gewaltigen York Minster. Mit einer Rallye ausgestattet erkundeten die Schüler und Schülerinnen die Kathedrale – und manch einer stellte fest, dass mittelalterliche Bauwerke nicht nur schön, sondern auch ziemlich groß und imposant sein können. Danach blieb Zeit, die Stadt in Kleingruppen zu entdecken. Kleine Gassen, süße Läden und typisch britische Atmosphäre sorgten für Begeisterung. Am Nachmittag wurde schließlich die Jugendherberge erreicht und die Zimmer bezogen. Der Tag endete mit einem typisch englischen Abendessen: Fish and Chips standen auf dem Speiseplan.
Der Dienstag führte die Gruppe an die windige Nordseeküste nach Scarborough. Dort wurde unter anderem die Grabstelle der berühmten Schriftstellerin Anne Brontë (1820–1849) besucht – ein Moment, der zeigte, dass Geschichte hier wirklich lebendig ist. Einige machten danach einen gemeinsamen Spaziergang an der Küstenpromenade oder erkundeten die zahlreichen Fahrgeschäfte am Strand. Anschließend ging es weiter nach Whitby, ein malerisches Küstenstädtchen mit ganz besonderem Flair. Spätestens beim Blick auf das Kloster über der Stadt und dem angrenzenden Friedhof, mit seinen alten Gräbern wurde klar, warum dieser Ort als Heimat der Dracula-Legende gilt. Viele nutzten die Zeit für kleine Entdeckungstouren, Eis am Meer oder den Einkauf weiterer Mitbringsel.
Doch der Tag war noch lange nicht vorbei: Am Abend wartete eine spannende Ghost Tour durch York. Bei einsetzender Dunkelheit lauschten die Schülerinnen und Schüler gruseligen Geschichten über Geister, dunkle Gassen und mysteriöse Ereignisse. Nicht selten wechselten dabei Mut und Gänsehaut einander ab. Am Mittwoch stand mit der Besichtigung von Fountains Abbey ein echtes kulturelles Highlight auf dem Programm. Die beeindruckende Klosterruine und die weitläufige Parkanlage boten eine eindrucksvolle Kulisse – und natürlich viele Fotomotive. Am Nachmittag ging es zurück nach York und Geschichte wurde im Jorvik Viking Centre plötzlich ganz real: In einer nachgebauten Wikingersiedlung konnten wir hautnah erleben, wie das Leben vor über tausend Jahren ausgesehen haben könnte. Danach folgte eine ausgedehnte Shopping Tour durch York, bei der Taschen merklich schwerer und Geldbörsen deutlich leichter wurden. Das gemeinsame Abendessen im Restaurant Bella Italia rundete den Tag ab.
Am Donnerstag hieß es dann schon Abschied nehmen. In Wakefield besuchte die Gruppe die englische Partnerschule Outwood Grange Academy. Erste Begegnungen und Gespräche und der Mut, Englisch einfach auszuprobieren, machten diesen Vormittag zu einer besonders wertvollen Erfahrung, insbesondere auch deswegen, da erste internationale Kontakte geknüpft wurden. Auf dem Weg zurück zum Fährhafen nach Hull wurde noch ein „Großeinkauf“ im Supermarkt Sainsbury’s getätigt – eine letzte Gelegenheit, typisch britische Snacks zu sichern.
Der letzte Abend auf der Fähre wurde erneut mit einem reichhaltigen Abendessen abgerundet. Am nächsten Morgen ging es – teilweise noch etwas verschlafen – zurück in den Bus. Nach der Ankunft in Rotterdam trat die Gruppe die Heimreise nach Castrop-Rauxel an, wo sie gegen 14 Uhr müde, aber glücklich und zufrieden wieder eintraf.
Die York-Fahrt der Englisch-E-Kurse war auch in diesem Jahr eine rundum gelungene Mischung aus Lernen, Entdecken, Lachen und gemeinsamen Erlebnissen. Für viele Schülerinnen und Schüler war es die erste Reise nach Großbritannien – und ganz sicher eine, die sie so schnell nicht vergessen werden.
Karin Glorius / York Team